
Klavierstunde, die berühren
Musik kann Geschichten erzählen, ohne ein einziges Wort zu verwenden. Sie kann fröhlich und beschwingt, nachdenklich und verträumt oder kraftvoll und leidenschaftlich klingen. Genau diese besondere Kraft der Musik durften die Schülerinnen und Schüler einer achten und einer zehnten Klasse der Realschule Goldene Aue bei einem ganz besonderen musikalischen Besuch erleben.
Im Rahmen der 38. Internationalen Klaviertage waren zwei herausragende Pianistinnen zu Gast an unserer Schule und verwandelten den Fachraum für eine Unterrichtsstunde in einen kleinen, stimmungsvollen Konzertsaal. Mit viel musikalischem Feingefühl präsentierten Margarita Dmitrashina und Astri Aareskjold ausgewählte Werke und nahmen die Schülerinnen und Schüler dabei mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch unterschiedliche musikalische Epochen und Stimmungen.
Auf dem Programm standen unter anderem Auszüge aus Robert Schumanns „Davidsbündlertänzen“, Heft 2, gespielt von Margarita Dmitrashina. Astri Aareskjold präsentierte unter anderem ein Werk von Heinz Holliger, den ersten Satz aus Joseph Haydns Klaviersonate Hob. XVI:37 sowie Sergei Rachmaninoffs Prélude op. 32 Nr. 16. Die sehr unterschiedlichen Stücke eröffneten dabei ein faszinierendes Spektrum an Klangfarben und Emotionen.
Gebannt lauschten die Jugendlichen den virtuosen Klängen und erlebten, wie unterschiedlich ein Klavier klingen kann. Mal leicht und verspielt, mal ruhig und beinahe nachdenklich, dann wieder kraftvoll und eindrucksvoll – die Musik weckte ganz unterschiedliche Gefühle und machte deutlich, dass klassische Musik keineswegs verstaubt oder weit entfernt vom eigenen Alltag sein muss.
Besonders spannend wurde es nach den musikalischen Darbietungen, denn die Pianistinnen stellten sich neugierig und offen den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei interessierte die Jugendlichen längst nicht nur die Musik selbst. Sie wollten beispielsweise wissen, wie viele Stunden eine professionelle Pianistin täglich übt, wie man als Musikerin eigentlich seinen Lebensunterhalt verdient und welche Pläne nach einem abgeschlossenen Studium auf sie warten.
Mit viel Humor, Geduld und Feingefühl beantworteten die beiden Künstlerinnen die zahlreichen Fragen und gewährten dabei interessante persönliche Einblicke in ihren musikalischen Alltag. So entstand ein lebendiger Austausch, bei dem aus einem zunächst vielleicht etwas fern wirkenden Beruf plötzlich eine greifbare und spannende Lebenswelt wurde.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie unmittelbar Musik wirken und Menschen miteinander ins Gespräch bringen kann. Für die Schülerinnen und Schüler war es eine besondere Gelegenheit, professionelle Pianistinnen nicht nur auf der Bühne zu erleben, sondern ihnen ganz direkt zu begegnen, Fragen zu stellen und einen Blick hinter die Kulissen des Musikerberufs zu werfen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Margarita Dmitrashina und Astri Aareskjold für ihre beeindruckenden musikalischen Darbietungen, ihre Offenheit und den wunderbaren persönlichen Austausch mit unseren Schülerinnen und Schülern. Ebenso gilt unser Dank den Organisatorinnen und Organisatoren der 38. Internationalen Klaviertage, die dieses besondere musikalische Erlebnis an unserer Schule ermöglicht haben.
Stunden voller virtuoser Klänge, spannender Einblicke und bewegender Momente – Musik, die noch lange nachklingt!

